Jedes Haus und jedes Herz ist ein Tempel des Herrn

Nicht die Schönheit der Architektur oder wertvolle Materialen wie Gold, Silber und Marmor machen den Wert eines Tempels aus, sondern die lebendige Hingabe der Menschen, die an diesem Ort praktizieren. Die wichtigsten Praktiken der Hingabe können überall ausgeführt werden.
Unser Paramgurudeva Śrī Śrīmad Bhaktisiddhānta Sarasvatī Prabhupāda hat auf die Aussage, dass seine Mission in jedem Dorf einen Tempel haben sollte geantwortet: „Meine Vision ist anders. Ich möchte, dass in jedem Herzen ein Tempel des Höchsten Herrn eröffnet wird.“
Wie kann ich Zuhause praktizieren?
Bhāgavata-dharma ist so universal, dass er überall praktiziert werden kann. Hier sind ein paar einfache, aber spirituell sehr kraftvolle Praktiken, die mit geringem Aufwand jedes Haus in einen heiligen Ort verwandelt können. Menschen, die in einer solchen Atmosphäre leben oder zu Besuch sind, werden mit Sicherheit die Besonderheit dieses Ortes erfahren und wertschätzen.
Wir haben die Beschreibungen hier bewusst sehr knapp gehalten. Wenn ihr detailliertere Informationen dazu benötigt, dann kontaktiert uns.
Śrī Harināma
Kali-yuga-dharma ist das Singen und Rezitieren der Heiligen Namen des Herrn. Das kann man ganz einfach auch zu Hause praktizieren. Gemeinsam mit Familie und Freunden kann man die Namen, Mantras und Lieder singen und mit Musikinstrumenten begleiten. Alleine kann man mit oder ohne Gebetskette die Heiligen Namen rezitieren.
Im Bṛhan-nāradīya-pūrāṇa wird eindeutig gesagt:
harer nāma harer nāma harer nāmaiva kevalaṁ
kalau nāsty eva nāsty eva nāsty eva gatir anyathā
Nur der Name Haris, nur der Name Haris, nur der Name Haris, und nichts anderes, nichts anderes, nichts anderes ist der Weg der Verwirklichung im Kali-yuga, dem gegenwärtigen Zeitalter des Streites und der Heuchelei.
Das Wiederholen der Heilgen Namen des Herrn ist die einfachste und sicherste Methode, um spirituellen Fortschritt zu machen.
Gebetsketten aus Neem- oder Tulasīholz gibt's bei uns im Shop.
Die Vaiṣṇavas nach Hause einladen
Unser Zuhause kann und sollte ein Ort sein, an dem Gastfreundschaft, spirituelle Gemeinschaft und Erinnerung gelebt werden.Die offenbarten Schriften betonen immer wieder, wie wertvoll die Gemeinschaft mit Menschen ist, die Kṛṣṇa zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben.Im Śrī Caitanya-caritāmṛta heißt es:
‘sādhu-saṅga’, ‘sādhu-saṅga’ — sarva-śāstre kaya
lava-mātra sādhu-saṅge sarva-siddhi haya
Es wird in allen offenbarten Schriften gesagt, dass man durch einen bloßen Augenblick der Gemeinschaft mit Heiligen alle Vollkommenheit erlangt.
Wenn Vaiṣṇavas unser Zuhause betreten, dann betreten Śrī Kṛṣṇa, bhakti und spirituelles Glück unser Haus. Durch gemeinsames Hören, Sprechen, Singen, Essen und Austauschen werden die Atmosphäre des Hauses und die Herzen seiner Bewohner gereinigt und inspiriert.
Wer uns mal einladen möchte, kann uns gerne kontaktieren.
Ein Hausaltar
Früher gab's auch in jedem Haus einen Herrgottswinkel, ein besonderer Platz, der für den Herrn reserviert ist.
Wer in seiner Praxis tiefer und fokussierter werden möchte, kann Bilder Śrīman Mahāprabhus, Śrī Śrī Rādhā-Kṛṣṇas oder anderer Formen des Herrn und Bilder der Gurus aufstellen und verehren. Die Verehrung kann ganz einfach stattfinden – z.B. mit kīrtana, Blumen, Räucherstäbchen. Oder man kann die Verehrung auf sehr opulente und traditionelle Weise mit den entsprechenden mantras und Ritualen erlernen und ausführen.
Alle Speisen, die im Haus zubereitet werden, kann man ebenfalls auf dem Hausaltar dem Herrn darbringen.
Spirituelles Essen
Man ist, was man isst. Essen ist einer der wichtigsten Faktoren, die das Bewusstsein beeinflussen. In der Chāndogya Upaniṣad 7.26.2 wird gesagt: āhāra-śuddhau sattva-śuddhiḥ – reines Essen führt zu einem reinem Geist.Vegetarische Speisen, die dem Herrn dargebracht wurden, sind frei von karma und werden prasādam (Barmherzigkeit) genannt.
In der Bhagavad-gītā 9.26 sagt Śrī Kṛṣṇa selbst, welche Speisen Er annimmt:
patraṁ puṣpaṁ phalaṁ toyaṁ yo me bhaktyā prayacchati
tad ahaṁ bhakty-upahṛtam aśnāmi prayatātmanaḥ
Wenn jemand Mir mit Liebe ein Blatt, eine Blume oder Wasser darbringt — ich nehme es an.
Die offenbarten Schriften lesen
Jeden Tag nehmen wir uns Zeit, unseren materiellen Körper zu reinigen, zu pflegen und gesund zu halten. Doch der Mensch ist nicht nur Körper, wir sind eine Seele und dürfen einen Körper haben. Auch unser Bewusstsein braucht Reinigung, Nahrung und Licht. Das Śrīmad-Bhāgavatam, die Bhagavad-gītā und andere offenbarte Schriften sind die tägliche Dusche und Nahrung für die Seele: Sie waschen Sorgen, falsche Identifikationen und materielle Eindrücke weg und machen die Seele stark. Im Śrīmad-Bhāgavatam 1.2.17heißt es:
śṛṇvatāṁ sva-kathāḥ kṛṣṇaḥ puṇya-śravaṇa-kīrtanaḥ
hṛdy antaḥ-stho hy abhadrāṇi vidhunoti suhṛt satām
Śrī Kṛṣṇa, der im Herzen eines jeden weilt und der wohlwollende Freund der frommen Menschen ist, reinigt die ungünstigen Dinge im Herzen derjenigen, die Seine glücksverheißende Botschaft hören.
Ein paar tolle Bücher gibt's bei uns im Shop.
Eine Tulasī-Pflanze zuhause kultivieren
Tulasī Devī ist nicht nur eine heilige Pflanze, sondern eine reine und sehr geliebte Dienerin Śrī Kṛṣṇas. Im Padma-purāṇa wird sie wie folgt gepriesen:
vṛndāyai tulasī-devyai priyāyai keśavasya ca
kṛṣṇa-bhakti-prade devi satyavatyai namo namaḥ
Ich erweise meine Ehrerbietungen Tulasī Devī, der Geliebten Keśavas, die auch als Satyavatī bekannt ist. O Göttin, du schenkst kṛṣṇa-bhakti.
Ihre Gegenwart reinigt das Zuhause und hilft dabei, bhakti mit Demut und Liebe zu kultivieren. In Indien wächst Tulasī in fast jedem Garten, oft auch frei, und viele Familien haben sie
zuhause, denn ihre Segnungen gelten als unermesslich. Dort ist das Klima günstig; hier in Österreich braucht sie aufgrund der Kälte und mangelndem Licht viel Pflege, Schutz und Zuwendung. Doch gerade diese achtsame Pflege ist ein Dienst, der Śrī Kṛṣṇa große Freude schenkt.