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Häufig gestellte Fragen
"Hare" bezieht sich auf die Energie Gottes, "Kṛṣṇa" ist Gott selber. Der Name "Hare Krishnas" wurde den Vaiṣṇavas im Westen gegeben, da wir sehr oft "Hare Kṛṣṇa" in der Öffentlichkeit gesungen haben und immer noch singen. Die genaue Bezeichnung für spirituelle Praktizierende, die dem Pfad des bhakti-yoga folgen und Śrī Kṛṣṇa, die höchste Persönlichkeit Gottes, verehren, ist Vaiṣṇavas.
Bhakti-yoga, die Verehrung des Höchsten Herrn durch Liebe und Hingabe ist so ewig wie der Herr selbst. Diese Form des bhakti-yoga, die wir praktizieren wurde im 16. Jahrhundert von Śrī Caitanya Mahāprabhu, der Inkarnation des Höchsten Herr, die 1486 in Bengalen, Indien erschienen ist, eingeführt.
Unser Ziel ist es, reine Liebe zu Gott (prema-bhakti) zu entwickeln und zu verbreiten – durch spirituelle Praxis, Mantra-Meditation, heilige Gemeinschaft und ein Leben in Hingabe und Mitgefühl.
Wir verstehen, dass Kṛṣṇa die höchste Persönlichkeit Gottes ist – ewig, voller Glückseligkeit, Schönheit und Weisheit. Er ist nicht abstrakt oder unpersönlich, sondern voller liebevoller Eigenschaften und Beziehung zum Individuum.
Gott ist einer ohne einen zweiten. Er kann sich jedoch in unzähligen verschiedenen Formen gleichzeitig manifestieren. Deshalb erscheint es Außenstehenden so, als ob der Vaiṣṇavismus eine polytheistische Religion wäre. Tatsächlich sind alle Manifestationen und Erweiterungen dem einen ursprünglichen, höchsten Gott Śrī Kṛṣṇa untergeordnet.
Bhakti-yoga ist der Yoga der Hingabe. Es ist ein liebevoller, praktischer Weg zu Gott, der das Singen heiliger Namen, das Hören von spirituellem Wissen, Gebet, Meditation und Dienst umfasst. Bhakti ist die natürliche Beziehung der Seele zu Gott.
Unsere Mission, die Sri Krishna Chaitanya Mission, wurde von Nitya-Līlā-Praviṣṭa Oṁ Viṣṇupāda 108 Śrī Śrīmad Bhakti Vaibhava Purī Gosvāmī Mahārāja gegründet. Bhakti-yoga bzw. bhāgavata-dharma ist so ewig wie der Höchste Herr selbst.
Der Hinduismus ist ein Sammelbegriff für viele verschieden Religionen. Wir gehören zur Gauḍīya-Vaiṣṇava-Tradition, einer spezifischen Schule innerhalb der vedischen Religionen. Während viele Hindu-Richtungen sich auf verschiedene Götter beziehen, verehren wir Śrī Kṛṣṇa, die Höchste Persönlichkeit Gottes, mit dem Verständnis, dass Er der Ursprung von allem, aller göttlicher Manifestationen und aller Religion ist. Dabei folgen wir den Lehren Śrī Caitanya Mahāprabhus, der reine bhakti praktizierte und verbreitete. Unsere Praxis ist universell, tief spirituell und für jede Seele – unabhängig von Herkunft, Kultur, Bildung oder Religion – geeignet.
Wir sind Teil einer jahrtausendealten, offenherzigen spirituellen Tradition Indiens. Wir respektieren alle ernsthaften spirituellen Wege und verstehen, dass Gott viele Namen und Formen hat, aber ein und derselbe ist. Unser Ziel ist nicht, andere Religionen zu ersetzen, sondern das Bewusstsein für göttliche Liebe zu vertiefen. Ein Vaiṣṇava freut sich über die Tatsache, dass Sein Herr sich auf so viele Weisen manifestiert und den Menschen vielfältige Wege anbietet, Ihn zu erreichen.
Einige Mönche und Praktizierende rasieren ihren Kopf bis auf einen kleinen Schopf (śikhā) als Zeichen der Loslösung, Reinheit und Hingabe. Es ist ein freiwilliges Zeichen für das Gelübde, ein spirituelles Leben zu führen, und hat auch eine reinigende, traditionelle Bedeutung.
Ārati ist eine wunderschöne Form der Verehrung, bei der man Kṛṣṇa mit Licht, Wasser, Blumen, Duft und Musik dient. Sie wird mit Hingabe ausgeführt, um unsere Liebe und Dankbarkeit auszudrücken und uns mit Gott zu verbinden.
Wir verwenden eine Gebetskette (japa-mālā) mit 108 Perlen, um beim Meditieren über das Mahā-Mantra konzentriert und achtsam zu bleiben. Es dient dazu, die Anzahl der Namen zu zählen und eine tägliche spirituelle Disziplin zu entwickeln.
Das Mahā-Mantra ist die beste und erhabenste Methode, unser ursprüngliches Bewusstsein – unser Kṛṣṇa-Bewusstsein – wiederzubeleben.
Hare Kṛṣṇa Hare Kṛṣṇa Kṛṣṇa Kṛṣṇa Hare Hare
Hare Rāma Hare Rāma Rāma Rāma Hare Hare
O Freudenenergie des Herrn! O Höchster unendlich faszinierender Herr! O Herr, der Du das gesamte Universum erfreust!
Dieses Mantra geht weit über die niedrigeren Ebenen – der Sinne, des Geistes und des Intellekts – unseres Bewusstseins heraus. Es kommt direkt aus der spirituellen Welt. Jeder kann mitsingen oder es alleine rezitieren und in Ekstase tanzen.
Das Rezitieren dieses Mantras reinigt das Herz, beruhigt den Geist und stellt unsere Beziehung zu Kṛṣṇa wieder her. Es ist die empfohlene Methode zur Selbstverwirklichung im heutigen Zeitalter.
Die Vaiṣṇavas studieren eine Vielzahl von offenbarten Schriften und Schriften in deren Nachfolge. Die wichtigsten davon sind:
Srīmad Bhagavad-gītā
Srīmad Bhāgavatam
Srī Caitanya Caritāmṛita
Werke der sechs Gosvāmīs von Vṛndāvana
Schriften von Narottama Ṭhākura, Bhaktivinoda Ṭhākura, Bhaktisiddhānta Sarasvatī Prabhupāda u. v. a.
Śrī Kṛṣṇa ist der Höchste Herr, die Absolute Wahrheit, Er ist die Quelle aller avatāras (verschiedene Manifestationen des Herr, die aus der spirituellen Welt herabsteigen).
īśvaraḥ paramaḥ kṛṣṇaḥ sac-cid-ānanda-vigrahaḥ
anādir ādir govindaḥ sarva-kāraṇa-kāraṇam
Der Höchste Herr ist Kṛṣṇa, Sein Körper besteht aus Ewigkeit, Wissen und Freude, Er hat keinen Anfang, aber Er ist der Anfang von allem. Er ist als Govinda bekannt und die Ursache aller Ursachen (Śrī Brahma-saṁhitā 1).
In Seiner vertraulichsten Form kommt der Herr als Śrī Kṛṣṇa, ein Kuhhirtenjunge in Śrī Vṛndāvana zusammen mit Seiner ewigen personifizierten Freudenenergie Śrī Rādhā.
Im Gauḍīya-Vaiṣṇavismus gibt es eine Vielzahl an heiligen Festtagen. Die meisten davon richten sich nach dem Mondkalender und werden daher jedes Jahr an unterschiedlichen Tagen gefeiert. Aus diesem Grund gibt es für jedes Jahr einen neuen Vaiṣṇava-Kalendar. Dort findet Ihr auch weitere Infos zu den heiligen Tagen, Festivals und Monaten.
Besonders wichtige Tage in unserem spirituellen Kalender sind:
Die Erscheinungstage der verschiedenen Manifestationen des Höchsten Herrn wie Śrī Kṛṣṇa-Janmāṣṭamī, Śrī Rāma-Navamī, Śrī Nṛsiṁha-Caturdaśī, Śrī Vāmana-Dvādaśī, Śrī Varāha-Dvādaśī, Śrī Śiva-Rātri, Śrī Ganeśa-Caturthī, Śrī Hanumān-Jayanti etc.
Die Erscheinungstage der verschiedenen Energien des Herrn wie Śrī Rādhāṣṭamī, Śrī Sītā-Jayantī etc.
Die Erscheinungs- und Verscheidungstage der Gurus und Heiligen
Spezielle Festivals wie die Verehrung des Govardhan-Hügels – Śrī Govardhana-Pūjā, das Wagenfest des Höchsten Herrn Śrī Jagannātha-Ratha-Yātra etc.
Ekādaśī: der elfte Tag nach Voll- und Neumond; ein besonders spirituell geladener (Fasten-)Tag
Kārtika- und Puruṣottama-Monat: besondere heilige Monate, in denen viele Vaiṣṇavas besondere Praktiken und Entsagungen befolgen.
Neben allgemeinen moralischen Prinzipien wie Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit, Hilfsbereitschaft etc. befolgen eingeweihte Vaiṣṇavas auch folgende vier Prinzipien:
Sie vermeiden Fleisch, Fisch, Eier, Knoblauch, Zwiebel
Sie verzichten auf jegliche Art von Berauschung wie Alkohol, Tabak und Drogen
Sie betätigen sich nicht in irgendeiner Form von Glücksspiel
Sie gehen keiner außerehelichen Sexualität nach
Diese – streng anmutenden – Prinzipien sind keine Verbote, sondern sie schützen einen Menschen davor, sein Bewusstsein zu verunreinigen und sich zu degradieren. Obwohl unsere moderne Gesellschaft genau auf diesen Arten von sündhaften Aktivitäten gründet und es schwer erscheinen mag, diesen zu entkommen, bildet das Einhalten dieser Prinzipien eine solide Grundlage für ein reines Bewusstsein, ohne das es sehr schwierig ist, tief ins spirituelle Leben einzutauchen und sein eigenes Selbst zu spüren und zu verwirklichen. Und ohne eine Verwurzelung im spirituellen Selbst kann niemand wahrhaft glücklich werden und bleiben – egal wie reich, schön, berühmt und erfolgreich er oder sie sein mögen.
Kleidung soll sauber sein und den Körper bedecken, um die in unserer Gesellschaft ohnehin schon sehr starke Lust – die Hauptursache, dass man dem Kreislauf von Geburt und Tod nicht entkommt – zu vermindern. Moderne Kleidung hat aber oft genau die entgegengesetzte Absicht, nämlich diese Lust noch zu steigern.
Die traditionellen Kleidungstücke der Vaiṣṇavas wie dhoti, cādar und sāḍī sind günstig, zeitlos, einfach zu reinigen und trocknen schnell. Sie helfen, sich als Verehrer Gottes zu fühlen und ein tugendhaftes Leben zu führen.
Es ist jedoch wichtig hervorzuheben, dass Kleidung kein Hindernis für die Praxis von Bhakti-Yoga sein sollte und auch keines ist. Wie bereits erwähnt, hilft traditionelle Kleidung dabei, einfach und keusch zu bleiben, doch sie ist keine Voraussetzung, um Bhakti-Yoga zu praktizieren.
Man ist, was man isst. Essen ist einer der wichtigsten Faktoren, die das Bewusstsein beeinflussen. In der Chāndogya Upaniṣad 7.26.2 wird gesagt: āhāra-śuddhau sattva-śuddhiḥ – reines Essen führt zu einem reinem Geist. Vegetarische Speisen, die dem Herrn dargebracht wurden, sind frei von karma und werden prasādam (Barmherzigkeit) genannt.
In der Bhagavad-gītā 9.26 sagt Śrī Kṛṣṇa selbst, welche Speisen Er annimmt:
patraṁ puṣpaṁ phalaṁ toyaṁ yo me bhaktyā prayacchati
tad ahaṁ bhakty-upahṛtam aśnāmi prayatātmanaḥ
Wenn jemand Mir mit Liebe ein Blatt, eine Blume oder Wasser darbringt — ich nehme es an.
Fasten ist Teil der Praxis fast aller Religionen. Fasten erlaubt es nicht nur dem groben Körper, sich selbst zu reinigen, sondern steigert auch die innere Gewahrsamkeit und spirituelle Konzentration. In unserer heutigen Gesellschaft werden Feste hauptsächlich von einem Übermaß an Konsum begleitet. In der vedischen Tradition praktiziert man genau das Gegenteil: man fastet. Und dieses Fasten bereitet den Menschen auf die besondere spirituelle und göttliche Erfahrung vor.
Es gibt verschiedene Stufen des Fastens und es wird unterschiedlich lang praktiziert. Fasten ist jedoch immer freiwillig und sollte immer mit Rücksicht auf die Gesundheit praktiziert werden.
Traditionellerweise fasten die Vaiṣṇavas an den verschiedenen Erscheinungstagen des Herrn und an Ekādaśī. Weiter Infos dazu auf unserer Vaiṣṇava-Kalendar-Seite.
Ja, selbstverständlich. Bhakti-yoga bzw. bhāgavata-dharma ist eine innere Haltung und keine Frage des Wohnorts. Man kann spirituell praktizieren und dabei ein ganz normales Leben führen – mit Familie, Beruf und Alltag. Es geht darum, bewusst zu leben, Śrī Kṛṣṇa im Herzen zu tragen, Ihn möglichst überall wahrzunehmen und nach den Prinzipien der Hingabe zu handeln. Viele Gemeindemitglieder leben außerhalb eines Tempels oder Ashrams und sind dennoch tief mit der spirituellen Praxis verbunden.
Jeder ist herzlich willkommen, Kṛṣṇas Tempel zu besuchen. Unsere Türen stehen offen für alle, die sich für Spiritualität, Meditation, vedische Kultur oder einfach für einen friedlichen Moment interessieren.
Wir veranstalten regelmäßig Veranstaltungen oder ihr könnt uns auch außerhalb dieser Festivals besuchen. Am besten kontaktiert uns davor.
Nein, absolut nicht. Wir sind ja auch keine Hindus :) Wir sind alle Teilchen und Diener des Höchsten Herrn. Unsere Bewegung ist offen für Menschen aller Religionen, Kulturen und Hintergründe. Wir sehen die Seele – nicht die äußere Identität. Jeder Mensch hat das Recht, seinen inneren spirituellen Weg zu entdecken. Du musst also kein Hindu sein – nur offen für das Streben nach Wahrheit und Liebe zu Gott.
Du kannst ganz einfach teilnehmen, indem du:
an unseren Veranstaltungen teilnimmst
oder einfach mit uns in Kontakt trittst,
Wer sich in unserer Gemeinschaft engagieren möchte, kann freiwillig mithelfen. Auch Spenden (Sach- oder Geldspenden) sind willkommen und helfen, unsere spirituelle Arbeit fortzuführen. Alles wird im Geist des sevā (selbstlosen Dienstes) getan.
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